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 Insgesamt gibt es etwa 700 verschiedene Minentypen. In Bezug auf ihr Wirkziel werden Minen in der Regel in Antipersonen-Minen und Antifahrzeug-Minen unterteilt. Der erste Typus ist unmittelbar gegen Menschen gerichtet und wird durch eine direkte Berührung oder durch die bloße Gegenwart des Opfers ausgelöst. Seit der Konferenz von Ottawa 1999 ist sowohl die Herstellung als auch Benutzung dieser Minenart verboten. Doch wurde der Vertrag von den USA, Russland, China und einigen anderen Ländern nie ratifiziert und auch nichtstaatliche Armeen sind an das Verbot nicht gebunden. Zudem kommt es immer wieder, wie etwa im Sudan, zu Verstößen der Vertragspartner gegen das Abkommen, die international nicht geahndet werden. Der Einsatz von Antifahrzeug-Minen hingegen ist auch nach der Ottawa-Konferenz erlaubt. Ziel von Landminen sind, laut Definition, militärische Fahrzeuge. Die Mine reagiert entweder auf das Überfahren oder auf die Motorengeräusche und Bodenerschütterungen. Obwohl der Einsatz an militärische Fahrzeuge gebunden ist, gefährden die Minen in großem Maße zivile Fahrzeuge wie LKWs, Busse und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Dass diese Minen darüber hinaus meist zusätzlich mit Antipersonen-Minen bestückt sind, um ihre Räumung und Entschärfung zu verhindern, macht sie für die zivile Bevölkerung betroffener Gebiete noch gefährlicher. Um die Grausamkeit dieser Waffen darzustellen folgt eine kurze Beschreibung von Funktion und Wirkung der häufigsten Antipersonen-Minen und Antifahrzeug-Minen:
Richtungssplitterminen Bei der Explosion verschleudern sie bis zu 700 kleine Stahlkugeln in einem 60-Grad-Winkel und töten jeden Menschen, der sich in weniger als 50 Metern Entfernung befindet. In der Distanz zwischen 50 und 100 Metern verursachen sie immer noch schwerste Verstümmelungen.
Tretminen werden durch das Körpergewicht ausgelöst. Sie sind bewusst nicht zur Tötung des Opfers entwickelt, sondern reißen die untere Hälfte der Beine weg. Durch die Explosion werden zersplitternde Knochen, Minenteile und Schmutzpartikel in die Oberschenkel eingebracht. Da sie häufig aus Plastik hergestellt werden, sind sie besonders schwer zu orten.
Springminen werden durch einen Stolperdraht ausgelöst. Eine erste kleine Explosion hebt sie auf eine Höhe von ca. 45 Zentimetern, bevor eine zweite Explosion hunderte kleine Projektile abschießt, die auf bis zu 25 Metern tödlich wirken.
Splitterminen Sie enthalten Metall-Splitter, die jeden Menschen im Umkreis von 25 Metern töten. Weiter entfernten Personen werden schwere Verletzungen im Bereich von Beinen, Hüften und Bauch zugefügt.
Submunitionsminen sind Minen, die unter anderem mit Hilfe von Dispenserwaffen (Abstandswaffen) verlegt werden können, d. h. sie können etwa durch Kampfflugzeuge verstreut werden. Aufgrund dieser Verlegmethode werden sie als Submunition bezeichnet. Da sie häufig auf Flugrollbahnen zum Einsatz kommen, fallen sie nicht unter das Ottawa-Verbot von 1999, obwohl die Zahl der ihnen zum Opfer gefallenen Personen beträchtlich ist. Durch die Verlegmethode entsteht ein weiteres Problem: Die Streuung der aus Flugzeugen abgeworfenen Minen ist sehr hoch, dass verminte Gebiet daher kaum eingrenzbar.
Flächenverteidigungsminen sind mit einem akustischen Sensor ausgerüstet, der etwa durch Motorengeräusche aktiviert wird. Die Munition wird daraufhin in die Höhe geschossen, die von oben weitere Munition auf das Zielfahrzeug abwirft. Flächenverteidigungsminen werden hauptsächlich zum Schutz von Minenfeldern eingesetzt – Minenräumfahrzeuge und deren Insassen zählen zu den häufigsten Opfern. Diese Art der Minen unterliegt nicht dem Verbot des 1999 geschlossenen Vertrags von Ottawa. |