Nur sehr langsam schreitet der Friedensprozess in Äthiopien voran. Zwar herrscht seit der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Äthiopien und Eritrea am 12.12.2000 und der Stationierung der Friedenstruppen der Vereinten Nationen im Grenzgebiet zwischen beiden Staaten eine relative Ruhe, doch kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten ethnischen Gruppen. Auch sind die Grenzübergänge zwischen Äthiopien und Eritrea noch immer geschlossen – ein Zeichen für den anhaltenden Konflikt zwischen den beiden Ländern.

Die Demokratie, die seit der Verabschiedung der demokratischen Verfassung im Jahr 1994 herrscht, ist nicht sehr gefestigt. Wahlen zu den Bundes- und Regionalparlamenten im Mai 2000 blieben ohne Auswirkung, da die Kandidaten der teilnehmenden Opposition stark eingeschüchtert wurden. Neben diesen politischen Schwierigkeiten besteht in Äthiopien ein massives Landminenproblem.

Im letzten Grenzkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea, der 19 Monate anhielt, wurden Landminen in einem etwa 10 km breiten Grenzstreifen von beiden Kriegsparteien verlegt. Diese Minenfelder sind bis heute weder markiert noch kartographisch erfasst. Darüber hinaus besteht seit der versuchten somalischen Invasion in den Jahren 1977/78 Landminengefahr in den Grenzregionen zu Somalia sowie auch an der Grenze zum Sudan. Schätzungen zufolge sind insgesamt rund 1 Million Landminen in Äthiopien verlegt, wovon etwa 80% Antipersonenminen sind. Die Stiftung hat erste Kontakte mit der “Ethiopian Minen-Action-Organization“ (EMAO) aufgenommen mit dem Ziel der Koordinierung gemeinsamer Aktivitäten im Kampf gegen die Minen.