In über 70 Ländern der Erde sind derzeit nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) etwa 110 Millionen Landminen verlegt. Zusätzlich befinden sich nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes noch 230.000 bis 245.000 Antipersonen-Minen in den Depots der Militärs. Pro Jahr sterben rund 8.000 Menschen durch Minenexplosionen, weitere 16.000 werden verletzt oder verstümmelt. Ein Großteil der Minen befindet sich auf dem afrikanischen Kontinent. In Ländern wie Eritrea, Äthiopien, Ägypten und Mosambik haben Bürgerkriege und zwischenstaatliche Kriegshandlungen dazu geführt, dass weite Landstriche vermint und daher landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar sind. Auch Angola und Somaliland sind durch jahrelange Kämpfe schwer belastet – sie werden als extrem vermintes Gebiet eingestuft.

Am 1. März 1999 trat die Ottawa-Konvention über das Verbot von Antipersonen-Minen in Kraft – doch damit ist das Landminenproblem nicht gelöst. Andere Waffensysteme, wie zum Beispiel Antifahrzeug-Minen, sind weiterhin erlaubt. In ihrer Wirkung unterscheiden sie sich aber kaum von den verbotenen Minenarten. Kinder in Schulbussen werden genauso zu Opfern wie die Insassen von LKWs oder Panzern. Außerdem hat ein Großteil der Antifahrzeug-Minen eine integrierte Antipersonen-Mine, die vor einer Räumung schützen soll, und somit Zivilisten unvermeidbar zu Opfern macht.